eine ortsspezifische Intervention des Kollektiv Franz
Franz unterbricht und irritiert die repetitive Nutzung von Räumen und deren gewohnte Durchquerung und fordert dadurch eine Reflexion über die Konstitution von Raum durch Körperlichkeit.



mit und von: Tanja Peinsipp, Christina Bercaczy, Wolfgang Wiesner, Kerstin Mitterlehner, Hubert Wieser, Karl Engelhofer, Valentina, Anne Krüger, Tobias Mechtler, uvm.
Ein ganzes Abteil der U4 wird für einige Stationen von der Gruppe Franz bespielt und schafft einen kurzen Zwischenraum, in welchem hinzugestiegen, bereits sitzende Fahrgäste sich mitten im festlichen letzten Dinner in der U-Bahn befinden. Geboten wird ein wunderbarer Empfang in der U4 mit dem Startpunkt Margaretengürtel, an welchem einige geladene Festgäste bereits herausgeputzt warten, um in der U Bahn nochmal richtig zu dinieren, genüßlich, leidenschaftlich im kleinen Kreise. Dazu eingeladen ist jede Person die sich im selben Abteil befinden. Wer steigt ein? Wer tanzt mit und wann kommt eigentlich der Hauptgang serviert von unserer Starköchin? Das Zelebrieren des gemeinsamen Essen innerhalb eines öffentlichen Verkehrsmittels, lädt zur Interaktion zwischen den Fahrenden ein und verwandelt den Ort temporär in einen Raum der Zusammenkunft.

Von Tanja Peinsipp ins Leben gerufen, treffen sich zwischen 2018-2021 einmal pro Woche um die 8 Personen um öffentliche Räume zu erforschen und in ihnen zu spielen. Dazu zählen sogenannte Nicht-Orte (Marc Auge) wie U-Bahn Stationen, Bahnhöfe sowie große Gemeinplätze wie etwa der Stephansdom, der Wiener Stadtpark oder die Wege dazwischen. Die Gruppe ist interessiert an einer Veränderungen der funktionalen Identität eines Raumes. Ganz nach dem Ansatz von Augusto Boal entspringt ihr Tun nah am alltäglichen Handeln um dann spielerisch zur Partizipation von Passant:innen zu führen. Partizipation bedeutet für Franz auch ein reines Teilnehmen in Form von verweilen und beobachten.